Mein Tod

Ein ganzes Dorf.
5000 Einwohner.

Deren Kinder
haben Dich
zum Opfer auserkoren.

Im Alter von
4 Jahren.

Das ganze Dorf.
Nicht einer.
Nicht zwei.
Das ganze Dorf.

Kindergarten.
Schule.
Die nächste Schule.

Immer dasselbe.

Du bist
der Außenseiter
der Sonderling
mit den roten Haaren.

Die Lösung
die Du wählst
die Dein Verstand wählt
um zu überleben:

Isolation.
Rückzug.
Einsamkeit.

Die digitale Welt
Dein Zufluchtsort.

Deine Sucht.
Deine Abhängigkeit.
Dein Sog.

Bist Du in der Realität
kein Safe Spot
keine Sicherheit
keine Zugehörigkeit.

Aber Du musst.

Jeden Tag.

Alleine
sitzt Du auf dem Pausenhof.

Immer.
Über Jahrzehnte.

Im Verein
in den Du musst.

Im Sportunterricht
bei der Mannschaftswahl
immer der Letzte.

Immer.

Deine Frage
nach Hilfe
nach Unterstützung
nach einer Hand.

Du siehst ihre Bemühungen
die Deiner Eltern.

Nichts kommt an.

Du gibst ihnen die Schuld.

Über 34 Jahre lang
wirst Du abhängig sein
von dem
was in Deinem Kopf
passiert.

Selbstmord.

Eine realistische
Option für Dich.

Die Bahngleise
hinter Eurem Haus.

Verlockend.

Was Dich hält:

Musik.
Der Klang.
Das was sie in Dir auslöst.

Dein ganzes Leben
wirst Du das Lied
Follow Me von Uncle Kracker
niemals vergessen.

Dein Traum:
Tanzen.

Eine Hoffnung
die Dir bleibt.
Ein Ziel.
Ein Wille.

Aber nicht in diesem Dorf.

Jahre der Abhängigkeit
des Drucks
dem unerbittlichen Wunsch
dazuzugehören
anerkannt zu werden
liegen vor Dir.

Unendliche Wut
Trauer
und Verzweiflung
werden Deine Begleiter sein.

Videospiele.
Pornos.
Unterwerfung.
Rechtmachen.
Lügen.

Werden zu den Bindungen
zu Deinen Süchten
die Dein Verstand
auserkoren hat
um Dir Halt zu geben.

Halt in einer Welt
in einer Realität

in der Du nur an Dir zweifelst
Dich schämst
zu existieren.

Jeder Deiner Gedanken
hat Dich im Griff.

Millionen davon
werden Dir
durch Deinen Kopf rasen.

Jeden Tag.

Und kein Mensch
kein einziger
wird auf Dich zukommen
Dich verstehen
was in Dir abgeht.

Bis Du 34 Jahre alt wirst.

Aber da sind wir
noch nicht.

Mit 12
beginnst Du
zu meditieren.

Du willst verstehen.
Ruhe in Deinem Kopf.

Es wird Deine größte
Abhängigkeit.

Bis zu 7 Stunden
täglich.
Für 22 Jahre.

Du entdeckst die Welten
der Spiritualität
der Esoterik
der Energien
des Glaubens.

Das was andere darüber schreiben.

Und verläufst Dich.

Mit 18
gehst Du in die Stadt.

Beginnst
dank Deiner Eltern
die alles für Dich tun
was Du aber immer noch nicht siehst

zu studieren.

Tontechnik.
Webdesign.
Im Paket.

1 Jahr später
schmeißt Du hin.

Um zu tanzen.

Du machst
eine Tanzlehrerausbildung.

Lässt Dich ausnutzen.

Immer noch
willst Du es
allen recht machen
anerkannt werden.

3 Jahre später
ist der Zeitpunkt gekommen.

An dem Du
das erste Mal
etwas für Dich machst.

Ohne zu fragen.
Ohne auf andere zu hören.

Und mit einem Gefühl
das Dich innerlich zerreißt

kündigst Du
und wechselst die Lehrstelle.

Du findest eine Person
die Dein Leben prägen wird.

Eine Mentorin
des Tanzes
der Sozialität.

Und Menschen
die Dir helfen
Deinen Traum wahr zu machen.

Zu tanzen.
Zu lehren.

Das Lehren
wirst Du für Dich entdecken.

Und zwar so sehr
dass Du eine eigene
Tanzschule aufmachst.

Aber
der Erfolg bleibt aus.

Du bist abhängig.
Immer noch.

Im Alter von 28 Jahren
von den Geldern Deiner Eltern.

Und Du hasst es
abgrundtief.

Du hasst die Menschen.
Du hasst Dich selbst.

Du hasst es
dass Dir alles
im Weg zu stehen scheint.

Dass Du selbst
der Saboteur bist.

Aber Dein Halt bleibt:

Musik.
Pornos.
Videospiele.
Die digitale Welt.
Meditation.
Milliarden an Gedanken.

Und die Hoffnung
das mit der Tanzschule
wird schon irgendwann.

Vergiss es.

Corona kommt
und alles zerbricht.

Alles.

Bis auf den letzten Pfeiler
der noch irgendetwas
hätte tragen können.

Dein Leben
zerberstet
zerbricht
in tausend Stücke.

Panikattacken
die Dir das Blut
aus den Armen und Beinen ziehen.

So dass Du sie
nicht mehr spürst.

Tage.
Wochen.
Monate an Tränen.

Unerbittlichem Zorn
und Wut.

Das Resultat:

Die Aufgabe.
Das Ende Deiner Tanzschule.
Das Ende eines Traums.

Und jetzt
wieder fragen.

Wieder die Hoffnung
auf die Hand.

Auf irgendjemand
der Deine Gedanken sortiert.
Der die Selbstsabotage
in Dir beendet.

In Deinem Zustand.
Erschöpft.
Kraftlos.
Am Ende.

Nein.
Es reicht.
Endgültig.

Keine neuen Fragen.
Keine neuen Antworten.
Keine neuen Aufgaben.

Es ist der Zeitpunkt gekommen
in dem Du Dein Leben
in die Hände des Lebens legst.

Du willst leben.

Und das ist alles
was in Dir verankert ist.

Es ist kein Wissen.
Es ist kein Gefühl.

Es ist
Gewissheit.

Also.

"Liebes Leben"
sagst Du
"Du bist am Zug."

Das erste Mal
setzt Du Dich hin
und machst nichts.

Kein Ziel vor Augen.
Einfach nur Leere.

Auf einmal scheinen
sich die Dinge zu fügen.

Warum auch immer.

Und dann kommt der Moment
der alles verändert.

Du findest einen weiteren Menschen
einen Menschen
der wirklich sehen kann.

Dessen Worte
die Wahrheit sind.

Die unbestreitbare
unwiderlegbare
Wahrheit.

Es dauert nicht lange
und Du siehst.
Du erkennst.

Den Grund
für Dein Scheitern
Deinen Zweifel
Deine Selbstsabotage.

Du siehst ihn.

Den Übeltäter.
Den Puppenspieler.
Den Filmemacher.

Ihn
der Dir Lügen erzählt.

Dir Hoffnung und Glaube einredet.

Der Luftschlösser
und Illusionen erzeugt

um Dich dort zu halten
wo Du bist.

Du kannst Dir vorstellen
wie er all die Jahre
herzhaft gelacht hat.

Wie er sich amüsiert hat

während Du
einen Kampf ausgetragen hast.

Und wie egal
es ihm am Ende war
ob Du leidest
oder frohlockst.

30.000 Stunden Meditation.

In einem Moment
pulverisiert.

Heute
hast Du Dich erhoben.

Über ihn gestellt.
Über sein Spektakel.

Pornos
Videospiele
sind langweilig geworden.

Die digitale Welt
ist nur noch ein Spielplatz.

Meditation wurde entlarvt
als das was es ist:

Beschäftigungstherapie.

Unterwerfung
existiert nicht mehr.

Deine Gedanken sind still.
Deine Fragen sind beantwortet.

Die unbestreitbaren Beweise
liegen vor Dir.

Was auch immer
er Dir versucht einzutrichtern

Du siehst
und erkennst
die Wahrheit.

Und siehst die Geschichten
die er Dir 34 Jahre erzählt hat.

Du siehst
wie alles nur Schall und Rauch ist.

Wie er Dich
zum Interpretieren gezwungen hat.

Zum Einschätzen.
Zum Schuldigsprechen.
Zum Urteilen.

Um ein Schauspiel in Dir
abzufeuern.

Ein Feuerwerk
der Gedanken und Gefühle

das Dich
schmerzhaft lebendig
gemacht hat.

Und wie er dadurch
genährt wurde.

Nicht dass dieses Feuerwerk
vorbei wäre.

Aber heute siehst Du
sein Spektakel.

Das Spiel
das er mit Dir
spielt.

Und Du spielst
nur noch mit
wenn Du es willst.

Alles andere entlarvst Du
sobald Du es siehst.

Du hast erkannt
was Dich wirklich verändert.

Was wahrhaftig
im Weg steht.

Du siehst
dass es kein Entkommen gibt.

Dass Du koexistieren musst.

Aber ab jetzt
ab diesem Zeitpunkt
kann er nicht mehr
schalten und walten
wie er will.

Nein.

Du siehst ihn.

Ihn
der 34 Jahre
unsichtbar geblieben ist

und bei 99,999 %
unsichtbar bleiben wird.

Dir
wird er nicht mehr
im Weg stehen.

Nie wieder.

Denn Du hast Dich
über ihn erhoben.

Über sein Spektakel.
Über die Gedanken und Emotionen
die er in Dich pflanzte.

Mit denen er
Dich versucht zu unterhalten.
Dich verrückt macht.
In den Wahnsinn treibt.

Über Deinen eigenen
Verstand.

Du bist nun
der Beobachter im Kino.

Nicht mehr
das Opfer auf der Leinwand.

Das hier sind für Dich
bedeutungslose Worte
ohne Wert.

Eine Geschichte
eines Charakters
den Du getötet hast.

Ausgelöscht.

Weil er nie existiert hat.
Nur der Glaube an ihn.

Und heute
öffnest Du denjenigen die Augen
die die Nase voll haben von

Tun.
Machen.
Disziplin.
Und Erschöpfung.

Bist auch Du bereit
zu sterben?
Trag Dich ein.

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Oder töte Deinen Charakter.

Beende Deine Selbstsabotage